Ausgabe 4 - Herbst 2004 griffity insights
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„Den Journalisten“ gibt es nicht – über den Umgang mit Journalisten
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„Den Journalisten“ gibt es nicht – über den Umgang mit Journalisten

Die Vorurteile, die es über Journalisten gibt, sind vielfältig. Sie sind aber mit Sicherheit nicht so vielfältig, wie die Menschen, die in diesem Genre arbeiten. Alle haben eines gemeinsam: Sie werden durch ihre Umgebung geprägt, die allzu oft Hektik und Zeitdruck mit sich bringt. Fast täglich müssen sie sich auf neue Themen und andere Menschen einstellen. Dabei müssen sie Routine entwickeln, um diese neuen Themen zu erarbeiten und engagiert der Öffentlichkeit zu vermitteln. Auch die Arbeitszeit ist anders. Wer morgens um acht Uhr versucht einen Redakteur ans Telefon zu bekommen, der wird das eigentlich nie erreichen, denn vor zehn Uhr sind die meisten Redaktionen verwaist. Um elf ist die erste Redaktionskonferenz und abends vor acht ist beispielsweise in einer Tageszeitungsredaktion kaum Feierabend.

Die Journalisten mit denen Sie es zu tun haben, sind meistens nicht die Rhetoriker, die uns im Fernsehen oft begegnen. Denn diese Elite repräsentiert keinesfalls den Journalisten-Stand. Wenn Sie damit beginnen Kontakt zur Presse aufzunehmen, werden Sie schnell merken, dass es Menschen sind wie jeder andere auch. Sein Handwerkszeug ist der Computer und er unterscheidet sich vom „Normalbürger“ lediglich dadurch, dass er meist Block und Kuli nutzt, um seine Gedanken und Eindrücke, aber auch die Informationen festzuhalten, bevor er seinen Artikel tippt.

Berührungsängste sollte man deshalb keine haben. Für Misstrauen gegenüber der schreibenden Zunft besteht meist kein Anlass. Denn die Gruppe der gefürchteten Sensationsreporter ist im Vergleich zu den seriösen Pressevertretern eher klein und taucht meist nicht in Ihrem Dunstkreis auf. Der Presse haftet auch das Vorurteil an, dass sie stets nach dem Negativen sucht. Zwar ist es richtig, dass dort nach dem Motto „bad news are good news“ informiert wird. Aber diese Negativmeldungen haben meist immer einen realen Hintergrund! Wenn Sie zu einer Pressekonferenz einladen oder auch Mitteilungen verschicken, wird es aber kaum vorkommen, dass der Reporter an Ihnen gleich sein Talent als Aufklärungsjournalist befriedigen will. Meistens ist es so, dass sich zwischen den Journalisten und den PR-Fachleuten eine erfolgreiche Zusammenarbeit entwickelt.

Pressearbeit ist ein Geben und Nehmen

Im Gespräch mit dem Journalisten sind Sie nicht immer nur Bittsteller, der eine Veröffentlichung erreichen will. Oftmals können Sie davon ausgehen, dass die Redaktionen Stoff für ihre Ausgabe benötigen und im Grunde dankbar dafür sind, wenn sie Informationen bekommen.

Wer auf dem Gebiet der Pressearbeit noch keine Erfahrungen hat und noch nie mit einer Redaktion zusammengearbeitet hat, sollte zunächst einmal eine Zeitungsredaktion vor Ort besuchen. Sinnvoll ist es hier einen Termin zu vereinbaren. Auf diese Weise bekommen Sie in etwa ein Gespür für die Arbeit einer Redaktion und verlieren die Hemmungen vor der Zusammenarbeit mit der Presse.

Hilfreich ist es, sich immer vor Augen zu halten, auf welche Weise die Redakteure bei der Zeitung, beim Funk und Fernsehen ihre Informationen bekommen. Zusammengefasst sind es vier Quellen:

  • von den eigenen festangestellten Korrespondenten
  • von freien Mitarbeitern in In- und Ausland
  • von Nachrichtenagenturen
  • von PR-Agenturen und -Abteilungen

Kollegial, offen und menschlich

Bei aller Individualität der Journalisten, darf der engagierte PR-Mann nicht vergessen, dass er von der Presse abhängig ist. Ob ihm nun der Lebensstil seines Gegenübers zusagt oder nicht. Das heißt mit anderen Worten, dass Sie sehr sensibel auf die verschiedenen Persönlichkeiten in den Redaktionen eingehen müssen, wenn Sie sich die Kontakte nicht verderben wollen.

Denn letztendlich erreichen Sie es vor allem auch über die Presse, dass Ihnen Ihre Kunden vertrauen. Und das tun die Journalisten meistens objektiv und fair, wenn Sie im Umgang mit Ihnen kollegial, offen, menschlich und konstruktiv sind. Und für all das nimmt der Journalist Ihnen keinen Cent ab und bietet für Sie einen völlig kostenlosen Einsatz.

 

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