Verschiedene Standbauweisen für den individuellen Messeauftritt
Spätestens dann, wenn man sich Gedanken über die Gestaltung eines Messestandes macht, kommt die Entscheidung auf Sie zu, ob Sie sich nun zwischen einem Systembau oder einem konventionell gebauten Messestand entscheiden. Der Systembau, basierend auf vorgefertigten Bauelementen, muss keineswegs einförmig und ideenarm ausfallen. Dazu gibt es zu zahlreiche Anbieter von ausgereiften Systemen und genügend technischen Spielraum für die Gestaltung. Wesentliche Vorteile des Systembaus sind:
- preisgünstige, vorgefertigte, passgenaue Teile
- gute Transport- und Lagerfähigkeit
- geringer Personalbedarf beim Auf- und Abbau
- einfaches Werkzeug für den Auf- und Abbau
- sehr große Stabilität der Teile
- Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit
Die konventionelle Bauweise ermöglicht es, gezielt sehr individuelle Gestaltungswünsche zu verwirklichen. Die Kombination zwischen System-Standbau und konventionellem Bau ist weit verbreitet und erlaubt eine individuelle Standgestaltung mit relativ großer Variabilität.
Der Standbau kennt grundsätzlich drei Bauformen:
- Offene Standbauweise: Dabei verzichtet man auf sichtbehindernde Außenflächen. Der Stand ist dadurch überschaubar und alle Ausstellungsstücke sind sofort erkennbar.
- Teilweise offene Standbauweise: Bei diesem Modell werden teilweise Außenflächen eingeplant, um Besuchern nicht unmittelbar den Blick ins Standinnere zu gewähren. Diese Standbauweise wird am häufigsten eingesetzt.
- Geschlossene Standbauweise Der Stand besteht nur aus Außenflächen (evtl. mit Vitrinen). Zur Besichtigung der Exponate, zu Vorführungen und zu Gesprächen muss man ins Standinnere gehen.
Eigenbau oder Auftragsvergabe Zur Realisierung des Standbaus gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:
- Der Messestand wird in Eigenleistung gefertigt.
- Eine Messebaufirma wird durch eine Agentur beauftragt.
- Ein Architekt und eine Messebaufirma werden gemeinsam beauftragt.
- Ein Architekt wird damit betraut, Handwerker per Ausschreibung zu suchen und einzusetzen.
Standarchitektur In erster Linie muss der Messestand dazu beitragen, die Marketing- und insbesondere die Kommunikationsstrategie Ihres Unternehmens zu unterstützen. Der Stand muss gleichzeitig eine Vielzahl von Funktionen erfüllen, die im Standkonzept zu berücksichtigen sind. Die architektonische Lösung ist von den Beteiligungszielen und der Priorität beim Marketing-Mix (z. B. Verkauf, Kommunikation) abhängig. Wesentliche Aufgabe einer guten Messearchitektur ist die Optimierung der verbalen und visuellen Kommunikation durch Schaffung einer ansprechenden Standatmosphäre.
Neben der Funktionalität und Homogenität sollte die Standarchitektur in der Qualität und der technischen Realisierung dem Anspruch der ausgestellten Objekte entsprechen. Das firmentypische Erscheinungsbild (Corporate Design) ist die Basis für Architektur und Gestaltung. Je nachdem an welcher Messe Sie teilnehmen, können die einzelnen Gestaltungsmittel dann den Messezielen und der erwarteten Zielgruppe angepasst werden. Da für Besucher nur die Präsentations- und Besprechungsflächen sichtbar sind, konzentriert sich das architektonische Konzept im wesentlichen auf diese beiden Bereiche.
Der Messestand sollte dem Messebesucher ein Ordnungsschema zu seiner Orientierung anbieten. Produktbereiche und Exponatgruppen sollten schnell erfasst werden können. Das dazugehörige verbale und visuelle Informationsangebot sollte durch klare und präzise Aussagen eine optimale Übertragung zum Messebesucher sicherstellen.
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