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Business & Networking
Tipps

Beim nächsten Geschäftsessen wird alles besser!
Von Christina Tabernig

Das Geschäftsessen, von dem ich mir so viel erhofft hatte, ist irgendwie total schiefgelaufen. Abgehetzt kam ich zwei Minuten zu spät ins Restaurant - meine Gäste warteten schon auf mich. Das Gespräch zwischen dem Programmierer unserer Kunden und unserem Buchhalter kam nur schleppend in Gang und die Frau meines Geschäftspartners stellte sich als Vegetarierin heraus - und saß mit uns in einem Steakhouse.

Der Brotkorb war nach drei Minuten leergefegt, weit bevor die Vorspeisen kamen. Die Gerichte wurden im Akkord serviert, nur leider nicht gleichzeitig. Daher war mein Filet bis zur Ankunft des Essens meines Ehrengastes eiskalt.

Ich hatte Mühe die rutschige Serviette auf meinem Schoß zu behalten - unser Chefentwickler benutzte sie gar nicht erst, was hoffentlich nur ich bemerkt habe. Zu allem Überfluss hangelten wir uns von einem Fettnäpfchen zum anderen und als ich zahlte, war schließlich auch meine Serviette auf dem Boden gelandet. Bleibt nur die Hoffnung, dass das Geschäft trotz aller negativer Vorzeichen erfolgreich abgeschlossen wird

Sie haben solche Szenen schon mal erlebt oder fürchten sich davor?

Damit Ihr Geschäftsessen ein voller Erfolg wird, haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt:

  1. Überlegen Sie, welche Zielsetzung sich aus Ihrer Restaurantwahl ablesen lässt. Teures Sternerestaurant kann bedeuten, dass sich die Wahl in Ihren Preisen niederschlägt.
  2. Prüfen Sie (eventuell über die Sekretärin), in welchem Umfeld Ihr Gast sich wohl fühlt. Lassen Sie sich auch über die Lieblingsspeisen informieren. Ist Ihr Kunde eventuell Vegetarier oder Diabetiker?
  3. Besuchen Sie mit wichtigen Kunden nur Lokalitäten, die Sie kennen und auf die Sie sich hundertprozentig verlassen können.
  4. Wählen Sie einen für beide zentral gelegenen Ort und eine für den Gast günstige Zeit.
  5. Stellen Sie eindeutig klar, dass Sie der Gastgeber sind.
  6. Erscheinen Sie zehn Minuten vor dem vereinbarten Termin und prüfen Sie die Tischreservierung.
  7. Machen Sie sich bei einer größeren Runde im Vorfeld Gedanken über die Sitzordnung. Ihr Ehrengast sitzt rechts von Ihnen oder Ihnen gegenüber. Die Mitarbeiter beider Seiten sollten so platziert werden, dass fachbezogene Gespräche möglich sind - also nicht den Buchhalter zum Programmierer setzen.
  8. Denken Sie daran: als Gastgeber sind Sie Regisseur. Bei einer Gruppe von mehr als sechs Personen bestellen Sie das Essen vor, im kleineren Kreis geben Sie Ihren Gästen Empfehlungen für die Menüwahl.

Beherrscht man die Regeln und Sitten bei Tisch, ist es ein Leichtes sich auf den Inhalt des Geschäftstermins zu konzentrieren und effektiver, als sich Gedanken über die Kartoffeln auf dem Teller zu machen.

Die wichtigsten Etikette-Regeln am Tisch finden Sie hier:

  1. Legen Sie die Serviette auf den Schoß, bevor Sie die Speisekarte zur Hand nehmen. Bei einem vorbestellten Menü in größerer Runde nehmen Sie die Serviette erst, wenn der erste Gang serviert wird.
  2. Auch wenn der Hunger noch so groß ist: der Brotkorb sollte nicht schon vor der Weinbestellung leer gegessen sein. Grundsätzlich sind Brot und Butter Beilagen zur Vorspeise. Nach dem ersten Schluck Wein kann man aber schon mal zugreifen.
  3. Ganz wichtig: Brot wird gebrochen, nicht geschnitten. Brechen Sie mundgerechte Stücke ab und bestreichen Sie diese dann mit der Butter. Das kleine Buttermesser bleibt übrigens immer auf dem Brotteller.
  4. Das bekannte "Guten Appetit!" ist out.
  5. Ob Sie bestimmte Speisen mit den Fingern essen dürfen, erkennen Sie daran, dass eine Fingerschale zur Verfügung steht. Wenn nicht, müssen Sie Messer und Gabel einsetzen. Haben Sie das Besteck erst mal benutzt, darf es den Tisch nicht mehr berühren - auch nicht auf dem Tellerrand abgestützt.
  6. Wird Ihnen z.B. ein Krabbencocktail oder ein Eis auf einem Unterteller serviert, legen Sie später das benutzte Besteck auf dem Teller ab. Bitte lassen Sie auch den Suppen-, Kaffee- oder Teelöffel nicht in der Tasse.
  7. Probieren Sie erst die Speisen, bevor Sie würzen. Ob es sich beim Würzen um Salz, Pfeffer oder anderes handelt, ist gleichermaßen stillos.

Üben Sie diese Dinge ruhig auch mal im privaten Umfeld, denn je öfter Sie diese kleinen Details trainieren, desto leichter fällt Ihnen einen offizielles Essen.

Kommt es trotz größter Vorsicht zu einem Malheur, bleiben Sie souverän und machen Sie keinen großen Wirbel darum. Bei einer runtergefallenen Gabel lassen Sie sich vom Kellner einfach eine Neue bringen und sollten Sie mit einem umgestoßenen Glas den Anzug Ihres Tischnachbarn treffen, entschuldigen Sie sich und bieten natürlich eine Reinigung an.

Haben wir Ihr Interesse auf mehr Sicherheit im Umgang mit Geschäftspartnern geweckt? Weitere Informationen finden Sie unter www.korrekt.de.

 

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12. Oktober 2006 -
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